Der große Brand in Burggen

Brandursache:

Nach mündlicher Überlieferung haben am 19.10.1795 beim Schmalzauslassen Funken aus einem offenen Herd die in der Stube vorhandenen Flachsabfälle entzündet.

Der Brandherd lag vermutlich am heutigen Mühlenweg neben dem Anwesen der Familie Jakob Fischer,Mühlenweg 8.

Durch einen starken Sturm, der später mehrmals die Richtung änderte, breitete sich der Brand rasend schnell aus.

 

Anzahl der abgebrannten Häuser:

Von insgesamt 122 Häusern in der geschlossenen Ortschaft brannten 84 Anwesen ab.

 

Wiederaufbau

Ab Frühjahr 1796 begann der Wiederaufbau, unterstützt durch Darlehen verschiedener Kirchenstiftungen, durch das Brandversicherungs-Institut des Fürstbischöflichen Hochstifts Augsburg sowie durch verschiedene private Geldverleiher. Der Fürstbischof von Augsburg gestattete die bisherige enge Bauweise nicht mehr. So entstand die St.-Anna - Straße in der heutigen aufgelockerten Art.

 

Als Baumaterial wurden meist luftgetrocknete Ziegel aus einer eigens dafür angelegten Ziegelei verwendet.

 

Einen Teil der Häuser errichtete man in Ständerbauweise mit Lehmverfachung. Das notwendige Bauholz konnte, gemäß altem Recht, aus dem Vierpfarrwald geholt werden.

 

 

Ausschnitt aus der ältesten Ortskarte von Burggen aus dem Jahr 1838.

 

Die rotmarkierten Plannummern zeigen den Standort der abgebrannten Anwesen nach dem großen Brand.

Zu berücksichtigen ist dabei, daß verschiedene Häuser am ursprünglichen Standort nicht wieder aufgebaut wurden. So ist zu vermuten, daß die neu aufgebauten Häuser im Oberdorf ursprünglich an der St.-Anna-Straße lagen